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Markt-Update: „No-Landing“-Szenario bestätigt – Der Warsh-Effekt schlägt voll durch

Datum: 25. Juni 2026


Die heute veröffentlichten Daten bestätigen das, was wir bei V&P Capital seit Wochen beobachten: Die US-Wirtschaft zeigt eine bemerkenswerte, fast trotzige Resilienz. Die Kombination aus einem auf 2,1 % nach oben korrigierten BIP (Q1 2026) und einer hartnäckigen Inflation zwingt die Märkte, das Szenario einer schnellen Zinswende endgültig zu beerdigen.


Die Fakten im Check

  • Wachstumsstärke: Die Revision des Q1-BIP auf 2,1 % (von zuvor 1,6 %) unterstreicht, dass die US-Wirtschaft kein „Hard Landing“ erlebt. Wir befinden uns in einem „No-Landing“-Szenario, in dem die Aktivität robust bleibt, während sich die Inflation festsetzt.

  • Sticky Inflation: Die PCE-Daten zeigen den Inflationsdruck weiterhin deutlich über dem 2%-Ziel. Die „Sticky Inflation“ ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern das Resultat einer dauerhaft hohen Nachfrage – angetrieben durch einen Konsumrausch, der trotz gestiegener Lebenshaltungskosten nicht abebbt.

  • Der Konsum-Backstop: Personal Spending und Income wachsen mit 0,7 % monatlich. Solange der US-Haushalt konsumiert, hat die Fed unter Kevin Warsh keine ökonomische Notwendigkeit, die Zinsen zu senken. Im Gegenteil: Der Spielraum für eine restriktive Politik („Higher for Longer“) wurde durch die heutigen Daten zementiert.


Strategische Implikationen unter dem Warsh-Regime

Seit dem Amtsantritt von Kevin Warsh hat sich das Kommunikationsparadigma fundamental gewandelt. Die Märkte müssen sich von der Erwartung auf „Handholding“ durch die Fed verabschieden.

  • Daten-Sensitivität: Da Warsh auf explizite „Forward Guidance“ verzichtet und stattdessen auf eine rein datengesteuerte Reaktionsfunktion setzt, wird die Volatilität nach jeder Datenveröffentlichung zunehmen.

  • Keine Absicherung durch die Fed: Der Markt kann nicht mehr auf den „Fed-Put“ vertrauen. Wenn die Inflation hartnäckig bleibt, wird Warsh handeln – auch wenn die Aktienmärkte unter Druck geraten. Das bedeutet für Investoren: Defensive Asset-Allokation ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.


Fazit von V&P Capital Wir befinden uns in einer Phase, in der „Gutes für die Wirtschaft“ (Wachstum) „Schlechtes für den Markt“ (Zinsangst) bedeutet. Die aktuelle Volatilität ist kein Rauschen, sondern der Markt, der mühsam versucht, eine Welt ohne billiges Geld und ohne vorhersehbare Fed-Signale einzupreisen. Wir beobachten nun engmaschig die Anleiherenditen am langen Ende – sollten diese den 4,5 %-Bereich nachhaltig testen, ist eine weitere Korrektur bei Growth-Titeln unvermeidlich.

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